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Haftentlassenhilfe: Zurück in die Gesellschaft

Eine Freiheitsstrafe reißt Betroffene aus ihrem bisherigen Leben. Am Tag der Entlassung stehen die meisten völlig alleine und beinahe mittellos da. Ohne Familie, ohne Freunde, ohne Arbeit, ohne Geld und ohne Wohnung soll die oder der Haftentlassene diesen Neustart meistern.

Hürden überwinden

Ein sehr harter Übergang führt jede Entlassene und jeden Entlassenen von drinnen nach draußen. Dieser Bruch in der Lebensweise buchstäblich von einem Tag auf den anderen stellt eine enorme Belastung dar, die nicht selten zu psychischen Krisen führt. Klar, dass es dann umso schwerer wird, wieder Fuß zu fassen. Die Haftentlassenenhilfe setzt hier an und versucht schon rechtzeitig vor der Entlassung den Kontakt herzustellen.

Von drinnen nach draußen

Mit Bildungs-, Arbeitstrainings- und Beratungsangeboten wird eine Begleitung organisiert, die über den Zeitpunkt der Entlassung hinaus kontinuierlich aktiv bleibt. Der Weg nach draußen soll gleichmäßig und geplant verlaufen und die Aktivitäten sollen die Klientinnen und Klienten auf die Welt „draußen“ bestmöglich vorbereiten. In Gesprächen mit dem Sozialen Dienst der Justizanstalt werden Risikofaktoren abgeklärt.

Wie wir helfen

  • Organisation eines Bildungs-, Arbeitstrainings- und Beratungsangebots.
  • Kontinuierliche Begleitung über den Zeitpunkt der Entlassung hinaus.
  • Der Weg nach draußen verläuft gleichmäßig und geplant.
  • Bestmögliche Vorbereitung  der Klientinnen und Klienten auf die Welt „draußen“.
  • Abklärung von Risikofaktoren mit dem Sozialen Dienst der Justizanstalt. 
Kritische Phase Haftentlassung

Nach der Haftentlassung ist die Gefahr eines Rückfalls besonders hoch. Studien belegen, dass die Rückfallgefahr nach der  Haft größer ist als nach einer bedingten Freiheitsstrafe, nach einer Geldstrafe oder nach diversionellem Vorgehen. Das wurde sowohl innerhalb als auch außerhalb Österreichs festgestellt.

Die Untersuchungen streuen von 40 bis 70 Prozent Rückfälligkeit, je nach Beobachtungszeitraum und Rückfallbegriff. Eine Wiederkehrerquote in Haft von etwa 40 bis 50 Prozent wird allgemein als realistisch angenommen. (Siehe etwa Hofinger/Peschak, 2018, Die neue österreichische Wiederverurteilungsstatistik; Hofinger/Neumann, 2008, Legalbiografien von NEUSTART Klientinnen und Klienten).

Da die Personen, die mit Endstrafe entlassen werden, eine besonders hohe Rückfallgefährdung haben, ist es für uns besonders wichtig gemeinsam mit den betroffenen Personen an der Verantwortungsübernahme für das kriminelle Handeln zu erarbeiten und Handlungsalternativen für zukünftige Risikosituationen zu erlernen.

Die NEUSTART Haftentlassenenhilfe wird unterstützt von:

Broschüren und Informationen in verschiedenen Sprachen finden Sie unter Downloads.